Hamburg ist in besonderer Weise mit dem Leben unserer Bundeskanzlerin verbunden. Hamburg ist nicht nur die Geburtsstadt sondern war auch Ort ihres ersten Bundesparteitags im Jahre 1991. Knapp 27 Jahre später und nach 18 Jahre im Amt der Parteivorsitzenden der CDU Deutschlands, gab Angela Merkel das Staffelholz am letzten Freitag auf dem 31. Bundesparteitag in die Hände ihrer Nachfolgerin.

 

Ich konnte an diesem Freitag in Hamburg historisches miterleben. Zum ersten Mal seit mehr als vier Jahrzehnten bewarben sich gleich drei Kandidaten um den Parteivorsitz.

In einem demokratischen Wettkampf, der von einem überaus fairen Miteinander geprägt war, tourten die drei Kandidaten in den vergangenen Wochen durch die Republik, um die Mitglieder auf den acht Regionalkonferenzen für sich und ihre Ideen zu gewinnen. Die Art und Weise, wie die CDU in den letzten Wochen debattiert und gestritten hat, ist vorbildlich und hat die Mitglieder der CDU völlig unabhängig vom Wahlausgang enorm beflügelt. Die politischen Mitbewerber haben dies durchaus anerkennend betrachtet und wären froh, auch nur einen Kandidaten vom Format einer Annegret Kramp-Karrenbauer, eines Jens Spahn oder eines Friedrich Merz zu haben. Diese Debattenkultur erfüllt mich mit Stolz und Anerkennung.

 

Zum Finale durften alle drei nochmal eine zwanzigminütige Vorstellungsrede auf dem Bundesparteitag halten, um die 1001 Delegierten zu überzeugen.

Ich habe mich im ersten Wahlgang für Jens Spahn entschieden. Er hat über Jahre hervorragende Arbeit geleistet und auch in ungemütlichen Zeiten Rückgrat bewiesen und nicht mit Kritik an Entscheidungen gespart. Das hat mich persönlich überzeugt.

In der Stichwahl habe ich mich für Friedrich Merz entschieden. Ich bin der Auffassung, dass Friedrich Merz ein starkes Angebot ist, um wirtschaftsliberale und bürgerlich-konservative Wähler für die Union zurück zu gewinnen. Ich finde es gut, dass jemand auch außerhalb der Politik erfolgreich gewesen ist und sich nun entschied, seine Expertise in die Partei zu bringen.

 

Letztlich hat Annegret Kramp-Karrenbauer das Rennen gemacht und beim Parteitag einen sehr guten Auftritt mit einer leidenschaftlichen Rede hingelegt. Ich gratuliere ihr herzlich und wünsche ihr viel Erfolg und ein gutes Händchen bei allen Entscheidungen.

Annegret Kramp-Karrenbauer ist ohne Zweifel eine ausgezeichnete Kandidatin gewesen, der zuzutrauen ist, die Partei zu alter Stärke zu verhelfen. Sie hat lange Zeit als Ministerin und später als Ministerpräsidentin Regierungsverantwortung getragen und auch in schwierigen Zeiten ein Ergebnis über 40 Prozent für die CDU geholt. Es gibt nach diesem vorbildlichen Wettstreit keinen Grund sich enttäuscht von der CDU abzuwenden. Als guter Demokrat sollte man das Ergebnis respektieren und der neuen Parteivorsitzenden die faire Chance geben, sich im Amt zu beweisen. Dazu wird auch gehören, alle Kräfte zu bündeln und die unterschiedlichen Flügel der CDU zum Schlagen zu bringen.

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