In der vergangenen Woche habe ich als Koordinator für Wirtschaftsschutz im Rahmen der gemeinsamen Sicherheitstagung des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV) und des Verbandes für Sicherheit in der Wirtschaft (VSW) die Nationale Wirtschaftsschutzstrategie 2026 vorgestellt, die im Bundesinnenministerium in Abstimmung mit Wirtschaft und Verbänden erarbeitet wurde.
Spionage ist keineswegs eine Bedrohung aus vergangenen Zeiten, sondern hochaktuell. Deutschland ist eine offene und international stark vernetzte Volkswirtschaft.
Deutsche Firmen werden immer häufiger Opfer hybrider Angriffe. Laut Informationen des Branchenverbandes Bitkom belief sich der Gesamtschaden, den Betriebe in Deutschland durch Diebstahl, Sabotage oder Spionage im vergangenen Jahr erlitten, auf ca. 289,2 Milliarden Euro. Doch neben dem enormen finanziellen Schaden versuchen die Täter nach Aussage des Präsidenten des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV), Sinan Selen, auch Verunsicherung zu streuen und die deutsche Bevölkerung zu demoralisieren.
In Zeiten zunehmender Bedrohungen von außen braucht es deshalb eine resiliente Wirtschaft und einen funktionierenden Wirtschaftsschutz. Daher ist es die gemeinsame Verantwortung von Staat und Wirtschaft, Risiken im Bereich von Spionage und Einflussnahme frühzeitig zu erkennen und ihnen entschlossen entgegenzutreten.
Aus diesem Ziel haben wir drei Kernziele abgeleitet und konkrete Maßnahmen zur Zielerreichung in entsprechenden Handlungsfeldern beschrieben:
Wir passen die Rahmenbedingungen für die Unternehmen sowie die Leistungsportfolios der Sicherheitsbehörden an. Hier haben wir bereits das KRITIS-Dachgesetz verabschiedet und damit erstmals bundeseinheitliche und sektorübergreifende Mindeststandards für den Schutz kritischer Infrastrukturen festgelegt.
Des Weiteren werden wir die kollektive Resilienz durch die Zusammenarbeit zwischen staatlichen und privaten Akteuren maßgeblich verbessern und so den Austausch für alle Akteure transparenter und einfacher gestalten.
Letztendlich stärken wir die individuelle Resilienz in Wirtschaft und Wissenschaft. Das heißt, wir bieten Ihnen Leitlinien und Handlungsempfehlungen, mit denen Sie die Widerstandskraft Ihres Unternehmens erhöhen können.
Mit der Nationalen Wirtschaftsschutzstrategie stärken wir gezielt den Schutz unserer Unternehmen und unterstützen sie dabei, abwehrbereit zu sein Für eine Wirtschaft, die auch in Krisenzeiten standhaft bleibt.








