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Das war ein intensiver Vormittag beim Verband für Schiffbau und Meerestechnik (VSM). Zunächst erläuterte mir Hauptgeschäftsführer Dr. Reinhard Lüken aktuelle Zahlen zur Marktlage. Diese ist dramatisch. Auch und gerade bei den europäischen Werften sind die Aufträge massiv eingebrochen, so in der EU gegenüber dem 1. Halbjahr 2019 um 64%.

Das hat auch damit zu tun, dass gerade Kreuzfahrtschiffe und Spezialschiffe auf deutschen Werften gebaut werden – Märkte, die derzeit weitgehend am Boden liegen. Die Auswirkungen sind nicht nur für die Werften dramatisch. Am Bau dieser Schiffe ist eine große und spezialisierte Zulieferindustrie beteiligt. Die Diskussionen mit Hans-Jürgen Voigt vom Schiffsingenieurbüro Technolog und Matthias Becker, dem Deutschlandchef des Schiffszulieferers Wärtsilä, kreisten demnach auch um geeignete Unterstützungsmaßnahmen für die Branche, um durch die Krise zu kommen.

Dazu könnten vorgezogene Aufträge für Behördenschiffe oder Innovationsprogramme für saubere Schifffahrt, die sehr stark technologiegetrieben ist, einen Beitrag leisten. Konkrete Forderungen des VSM waren die Überarbeitung der LNG-Förderrichtlinie und der Ausschreibungen von Marine- und Behördenschiffen.

Ein weiterer Termin war der Besuch bei der Flotte Hamburg GmbH, in dem alle Hamburger Behördenschiffe von Löschschiffen, über Wasserschutzpolizei bis hin zu Peil- und Baggerschiffen zusammengeschlossen sind. Dies ermöglicht ein modernes Flottenmanagement, kostengünstigere Beschaffung und eine Rückkopplung der Schiffsbesatzungen zu den Werften. Außerdem konnte man die Schlepper so bauen lassen, dass sie im Winter gleichzeitig als Eisbrecher nutzbar sind. Dieses Hamburger Erfolgsprojekt kann auch für den Bund Vorbildcharakter haben, wo verschiedene Behörden ihre Schiffe bisher sehr unabhängig betreiben und einkaufen.