Der Deutsche Bundestag hat am Mittwoch in seiner traditionellen Gedenkstunde der Opfer des Nationalsozialismus gedacht. Die zentrale Gedenkrede hielt in diesem Jahr die Holocaust-Überlebende Tova Friedman.
In ihrer überaus bewegenden Ansprache schilderte Friedman ihren persönlichen Leidensweg und ihr Überleben unter unmenschlichen Bedingungen. Dabei machte sie deutlich, dass Erinnerung weit mehr ist als das Erinnern an Vergangenes, sondern eine dauerhafte politische und gesellschaftliche Verpflichtung. Zugleich warnte sie eindringlich vor der zunehmenden Verbreitung antisemitischer Haltungen und rief dazu auf, den Zeitzeuginnen und Zeitzeugen zuzuhören, solange dies noch möglich ist.
Tova Friedman, 1938 im polnischen Gdynia nahe Danzig geboren, überlebte als Kind das Vernichtungs- und Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau. Als eine der jüngsten bekannten Überlebenden des Holocaust setzt sie sich bis heute unter anderem auch in den sozialen Medien gegen das Vergessen ein.
Eröffnet wurde die Veranstaltung von der Bundestagspräsidentin Julia Klöckner. Sie betonte die besondere Verantwortung des Parlaments für das Erinnern an die Verbrechen des Nationalsozialismus und verwies auf Artikel 1 des Grundgesetzes. Die Unantastbarkeit der Menschenwürde sei die zentrale Lehre aus dieser Zeit und müsse Maßstab allen politischen Handelns bleiben.
Musikalisch wurde das Gedenken von Werken begleitet, die an Komponisten erinnerten, die selbst Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung wurden. Die Veranstaltung findet jährlich rund um den 27. Januar statt, den Jahrestag der Befreiung des Vernichtungs- und Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau im Jahr 1945.
Angesichts zunehmenden Antisemitismus und wachsender Angriffe auf demokratische Werte bleibt das Gedenken ein klares Signal: Nie wieder ist kein historischer Rückblick, sondern ein politischer Auftrag für Gegenwart und Zukunft.
Foto: Mediathek Deutscher Bundestag








